Hänni und Bäni

Über zwölf Jahre hinweg dokumentierte ein SRF-Reporter das Schicksal einer ausgesteuerten Bernerin, die ihr Glück bei einem afrikanischen Prinzen suchte. Entstanden ist ein grandioses Epos in Fortsetzungsfolgen, das beispielhaft für eine neue Kategorie von Dok-Filmen steht.

Von Alex Baur

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Zum Tod einer Königin 

Während 11 Jahren dokumentierten Christoph Müller und ich die unglaubliche Geschichte von Katharina Paholo-Hänni, die nach Kamerun ausreiste, um dort einen Prinzen zu heiraten. Mehrere Reportagen realisierten wir von der weissen Königin und ihrem schwarzer Prinzen ( siehe auf der Startseite die Reportage  „Verliebt, verheiratet, verhext“). Nun ist Katharina überraschend gestorben. Hier ein Link zu einem Interview über ihren Tod:

 https://www.bluewin.ch/de/entertainment/people/artikel-redaktion-2017/04/koenigin-von-kamerun-srf-filmer-hanspeter-baeni-erinnert-sich.html

Die genauen Umstände, die zum Hinschied der 52-jährigen Schweizerin führten, sind nicht bekannt. Christoph und ich werden demnächst nach Kamerun reisen, um mehr Licht ins Dunkel zu bringen. Am 25. Juni 2017 ist dann in der Sendung „Reporter“  der letzte Film von Katharina auf SRF1 zu sehen.

 

 

Das Jugendheim 

So lautet der Titel eines Dokumentarfilmes, den ich während den letzten zwei Jahren gefilmt habe. Als Kulisse dient der Erlenhof im Kanton Basel-Land, wo Jugendliche wohnen, deren Leben voller Schwierigkeiten war oder ist. Im Jugendheim Erlenhof lebte auch der junge Mann, den ich unter dem Pseudonym „Carlos“ im Film „Der Jugendanwalt“ porträtiert habe. „Carlos“ wurde danach in der Schweiz DIE  Geschichte des Jahres. Nun wollte ich erfahren, wie der Alltag in einem Jugendheim aussieht. Welche Mittel wenden  Pädagogen an, um Jugendlichen eine Perspektive zu geben? Wo sind den Betreuern Grenzen gesetzt? Welche Biographien haben die jungen Menschen?  Am Donnerstag, 8. Juni 2017 ist der Film ab 20.05 Uhr auf SRF1 zu sehen.

„Schütze sich, wer kann – Mit Waffen gegen die Angst „: Donnerstag, 23. März 2017, DOK, 20.05 Uhr SRF1

Bevor der Film über das Waffenland Schweiz ausgestrahlt wurde, gab es hinter den Kulissen Tumult. Um was es dabei ging, berichtete Tagi Online:

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/natuerlich-ist-das-illegal-was-ist-heute-nicht-illegal/story/17329097

 

 

Bilder von Dreharbeiten in Nordkenia, 2016:

 

 

Bei den Turkana, die gegen den Nachbarstamm Pokot jahrelang Krieg führten

Bei den Turkana, die gegen den Nachbarstamm Pokot jahrelang Krieg führten

Flankiert durch zwei Krieger aus dem Stamm der Pokot.

Flankiert durch zwei Krieger aus dem Stamm der Pokot.

 

 

 

Die Kunst der Story – eine Orientierungshilfe für Geschichtenerzähler

Seit wenigen Monaten im Buchhandel erhältlich ist das Fachbuch „Die Kunst der Story“, das von mir und weiteren Autoren geschrieben wurde. Meine Aufgabe war es, die Dramaturgie an eigenen Filmbeispielen zu verdeutlichen. Ein Dozent für Politik im Bachelor-Studiengang „Journalismus und Organisationskommunikation“ schrieb mir, dass ihn mein Beitrag inspiriert habe. Das Kapitel fände er gut, weil es vom Praktiker für Praktiker geschrieben wurde. Genau das war meine Intention. Herausgeberin des Buches ist Professorin Marlis Prinzing. Das Werk beinhaltet nützliche , gut zugängliche Instrumente, die den Zugang zum Publikum erleichtern. Zudem zeigt es Wege auf, wie journalistische Inhalte durch die Digitalisierung vermittelt werden können. Das Erzählhandwerk ist im Werd Verlag erschienen, umfasst 328 Seiten und kostet CHF 29.–/EUR 29.– ( ISBN 978-3-85932-776-4)

 

Abenteuer im Amazonas und im nicht ungefährlichen Norden Kenias

November und Dezember 2015 verbrachte ich im equadorianischen Amazonas und  im Norden Kenias. Ausgangslage ist eine für Spätherbst 2016 geplante Serie über Menschen, die die Welt verbessern möchten. Mein konkreter Auftrag ist die Begleitung eines Schweizers, der in Konfliktgebieten den zerstrittenen Parteien eine Möglichkeit bieten möchte, sich zu treffen und – im Idealfall – sich auszusöhnen. Sowohl im Amazonas als auch in Kenia erlebte ich veritable Abenteuer. Im Dschungel Equadors liess Protagonist David Höner ein Boot ausgraben, das seit 20 Jahren am Ufer des Rio Napo lag. Werner Herzogs Film Fitzcarraldo lässt grüssen.

Ein Schweizer mit einer Indianerin aus dem Kriegerstamm der Waorani. Nach der Renovation des Bootes will damit ein Schweizer zu verschiedenen Ethnien fahren, die sich nichts zu sagen haben.
Gringo Bäni mit einer Indianerin aus dem Kriegerstamm der Waorani. Nach der Renovation des Bootes will damit ein Schweizer zu verschiedenen Ethnien fahren, die sich nichts zu sagen haben.

In Nordkenia barg alleine schon die Autofahrt dorthin Risiken: Zwischen Orwa und Kainuk fanden in den letzten paar Jahren regelmässig Ueberfälle und damit verbundenen Morde statt. Allerdings hat sich – dank Intervention der Armee-  die Situation seit einigen Monaten gebessert. Die Dreharbeiten fanden im Grenzgebiet zwischen den verfeindeten Stämmen Pokot und Turkana statt. Traditionellerweise stehlen sich dort Banden von Warriors  gegenseitig Vieh, um einen Grundstock für eine eigene Herde aufzubauen. Vieh ist nötig, um den hohen Brautpreis bei einer Heirat aufbringen zu können. Doch statt Pfeil und Bogen sind  die verfeindeten Stämme heute mit Kalaschnikows ausgerüstet. Mit grösster Wahrscheinlichkeit erhalten die Warriors die Waffen von einer Fleischmafia, die den Stämmen das Vieh abkauft. Unzählige Tote waren die Folge, darunter viele Kinder, weil vor allem sie die Viehherden hüten. Dank der Armee (aber auch dem Treffpunkt Calabash, das David Höner unter Leitung von Rolf Gloor vor sechs Jahren ins Leben gerufen hatte) verbesserte sich seit kurzem die Situation. Und während den Dreharbeiten kam es sogar zu einem historischen Augenblick: Im Rahmen eines Neujahrfestes in  Calabash tanzten die verfeindeten Stämme zum ersten Mal gemeinsam. Die beiden Schweizer Höner und Gloor konnten es kaum fassen. In diesem Jahr werde ich noch ein paar Mal nach Equador reisen, um die Fortschritte des Sozialprojektes im Amazonas zu dokumentieren. Auch dort geht es darum, Kontakte unter Menschen zu fördern, die sich teilweise bekämpfen.

Frauen aus dem kenianischen Stamm der Turkana mit mir als Bleichgesicht .

Frauen aus dem kenianischen Stamm der Turkana mit mir als Bleichgesicht .

DOK „Mein Körper, mein Werk“ 

Die Reaktionen auf den DOK „Mein Körper-mein Werk“ ( Erstausstrahlung am 7.1.2016)  waren heftig. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer fanden den Film aufwühlend, berührend, gut und anregend. Aber natürlich gab es auch negative Stimmen, vor allem aus der Kraftsportszene. Mir wurde unter anderem vorgeworfen, dass ich das Tabu-Thema Anabolika aufgriff. Ich hätte bewusst negativ berichtet, sei voreingenommen gewesen. Ich verstehe den kollektiven Aufschrei der Szene bis zu einem gewissen Punkt, denn es gibt auch etliche Kraftsportler, die den Sport ausgewogen betreiben. Aber es gibt auch eine wachsende Zahl an (jungen) Fitnessfreaks, die zu allem bereit sind, um ihre Ich-AG zu bedienen. Angefeuert durch Social Media eifern sie körperlichen Idealen nach, die im Extremfall in die Krankheit führen können. Zudem: Illegale Aufbaupräparate sind trotz massiven gesundheitlichen Gefahren weit verbreitet in der Fitnessszene. Fachleute gehen davon aus, dass jeder fünfte Hobbysportler unerlaubte Muskelaufbaupräparate zu sich nimmt. Das hört die Szene natürlich nicht gerne. – Wer sich den Film ohne ideologischen Scheuklappen ansieht, wird feststellen, dass der Kommentartext absolut neutral verfasst ist. Die Aussagen, die zum Nachdenken anregen, kommen alle von den Mitwirkenden selber. Natürlich stellte ich auch unangenehme Fragen, das ist meine Aufgabe. Würde ich mich von irgendjemandem instrumentalisieren lassen und nur berichten, was gewünscht wird, so müsste ich meinen Job an den Nagel hängen und in die Werbung einsteigen. Die Zuschauerzahlen waren ein Hammer und die Reaktionen der Medien heftig. Hier ein Beispiel:

Blick Bericht zum DOK Film

SRF-Dok über das stärkste Paar der Schweiz

Haben sie zwischen zwei Portionen Poulet auch Sex?

Die Filme von Hanspeter Bäni sind immer ein Ereignis. Weil er in den Seelenabgründen seiner Protagonisten wühlt. Bei Jenny und Miguel war da nichts zu machen. In der SRF-Doku «Mein Körper – mein Werk» zum Thema «Fitnesswahn» zeigten die beiden jungen Menschen ihre Kraft-Welt.

http://www.blick.ch/people-tv/tv/tv-checker/srf-dok-ueber-das-staerkste-paar-der-schweiz-haben-sie-zwischen-zwei-portionen-poulet-auch-sex-id4535528.html

 

 

 

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Elisabeth Jacchini, Mitglied der Jury übergibt den „Fernsehpreis 2015“.

Fernsehpreis 2015

Ich freue mich sehr, dass meine Reportage „Einsam in Köniz“ am 28. Mai mit dem „Fernsehpreis 2015“ der Berner Stiftung für Radio und Fernsehen ausgezeichnet wurde. Der Film vor den Kulissen der Gemeinde Köniz, wo jedes Jahr bis zu 40 Menschen einen einsamen Tod sterben, könnte überall in der Schweiz gedreht worden sein, denn laut Bundesamt für Statistik leiden über 30 Prozent der Bevölkerung an Gefühlen der Einsamkeit. Der Film soll ein Appell sein, sich ab und zu auch um andere zu kümmern. Die Grossmutter im Altersheim zu besuchen, den alleinstehenden Nachbar, die Witwe von nebenan. Ein kurzer Besuch, eine kleine Gefälligkeit und die Welt erlebt mehr Solidarität. Die Reportage ist auf dieser Homepage ( s. Startseite) einsehbar.
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Buchkapitel Dramaturgie und Recherchen

Demnächst wird das Buch „Die Kunst der Story“ erscheinen, das sich vor allem an Studenten richtet. Mein Job war dabei, ein Kapitel über Dramaturgie zu schreiben.  Als praktizierender Geschichtenerzähler nehme ich etliche meiner Filme genauer unter die Lupe und erkläre dabei das zugrunde liegende Handwerk. Das Kapitel schrieb ich als Lehrender und Lernender; für mich ist die Reflexion des Tuns grundsätzlich zwingend, wenn man sein Handwerk laufend verbessern möchte.
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Online-Bericht : Hintergründe zu „meinen“ Filmen und meiner Gegenwelt als Künstler

http://www.persoenlich.com/news/medien/srf-mit-meinen-reportagen-will-ich-die-zuschauer-im-innersten-beruehren-311665#.Uqar3429LCR

Hanspter Bäni beim Filmen der Brandermittlern der Kantonspolizei Thurgau

Szene beim Dreh: Als Einmann-Team bin ich zugleich Filmautor, Kameramann und Tontechniker.
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Reaktionen auf den Dokumentarfilm „von Recht und Gerechtigkeit“

Der Film „von Recht und Gerechtigkeit“ erntete hauptsächlich positve Kritik. Anbei eine Medienkritik sowie ein Interview, das im Tages-Anzeiger erschien.

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Bin-ich-verantwortlich-fuer-Carlos–Schicksal-Gute-Frage/story/12000013

http://www.watson.ch/Front/articles/160477698-Neuer-Carlos-Dok-r%25C3%25A4umt-mit-Kuschel-Justiz-Vorurteilen-auf

SBV-Medienpreis der Deutschschweiz 2012


Dankesrede vor 500 Menschen

Das war ein schönes Geburtstagsgeschenk: Am 21. November durfte ich in Bern den „SBV-Medienpreis 2012“ für den DOK „Im Schatten des Glücks“ in Empfang nehmen ( mehr unter „Auszeichnungen“). Der 90 Minuten lange Film war übrigens auch für den „Zürcher Fernsehpreis“ nominiert.