20 Millionen Menschen retten, mehr Chefinnen braucht das Land, schwierige Dreharbeiten

Was der Schweizer Hans Rudolf Herren seit 1979 für Afrika geleistet hat, ist einzigartig. Indem er schädliche Insekten mit nützlichen Insekten bekämpfte, rettete er Millionen von Menschen vor dem Hungertod. Bill Clinton, Jimmy Carter, Prinz Charles und viele weitere, weltweit bekannte Persönlichkeiten ehrten den Schweizer, der unter anderem den „Welternährungspreis“ erhalten hat. Hand Rudolf Herren begleitete ich bereits in Afrika mit der Kamera und werde ihn demnächst in seiner Wahlheimat, den USA besuchen. Herren wird Teil einer SRF-Serie sein, die im Verlaufe des Jahres ausgestrahlt wird.

Interessant ist auch das DOK-Filmprojekt über Frauen in Führungspositionen. Vier „Chefinnen“ begleite ich durch ihren Alltag und beleuchte dabei unter anderem, wie sie den Spagat schaffen zwischen Führungskraft und Mutterrolle.

Mit dem Ende des Schuljahres 2019 enden auch die zweijährigen Dreharbeiten mit drei jungen, unbegleiteten Asylsuchenden. Zur Zeit geht es darum, ob sie eine Lehrstelle finden. Die Dreharbeiten zählen übrigens zu  den schwierigsten, die ich im Laufe der letzten 25 Jahre erlebt habe. Das liegt nicht an den jungen Asylsuchenden, sondern an verunsicherten Beiständen, die oft – aber nicht immer – alles daran setzten und setzen, das Filmprojekt mit allen Mitteln zu bodigen.

Indien, Brasilien und Burkina Faso 

In den letzten Monaten hatte ich die Gelegenheit, in drei Kontinenten ein paar interessante Menschen mit der Kamera zu begleiten.  In Burkina Faso besuchte ich die Alt- 68erin Esther Frey, die zeitlebens  eine Art Revolutionärin geblieben ist  und sich noch immer  nach dem Ideal einer sozialeren Gesellschaftsform orientiert. Besonders angetan hat es ihr Thomas Sankara, der als Staatschef in Burkina Faso die armen Kleinbauern förderte. 1987 wurde Sankara ermordert. Esther Frey zog nach ihrer Pensionierung ins westafrikanische Land, weil sie fest überzeugt ist, dass dort die sozialistischen Ideen mehr gelebt werden als bei uns. Während den Dreharbeiten in Burkina Faso schälte sich allerdings auch heraus, dass der Staat nur beschränkt die Menschen beschützen kann. Deshalb ist Selbstjustiz weit verbreitet. Wird ein Dieb erwischt, schlägt ihn der Mob tot. Im Film werde ich solch eine Geschichte erzählen, die sich in Esther Freys Umfeld ereignet hatte und mit vier Todesopfern endete. Eine andere Esther begleitete ich nach Indien. Esther Geisser ist Tierschützerin mit Leib und Seele. In Indien rettet sie – zusammen mit lokalen Tierschützern – Kühe. Ganz im Gegensatz zur hiesigen Meinung gelten in Indien die Kühe gar nicht immer als heilige Tiere – oder werden zumindest nicht so behandelt.  Beide Filme werden in absehbarer Zeit auf SRF1 ausgestrahlt werden.

 


Begegnung mit einem Grossmaul in Burkina Faso

 

Hänni und Bäni

Über zwölf Jahre hinweg dokumentierte ein SRF-Reporter das Schicksal einer ausgesteuerten Bernerin, die ihr Glück bei einem afrikanischen Prinzen suchte. Entstanden ist ein grandioses Epos in Fortsetzungsfolgen, das beispielhaft für eine neue Kategorie von Dok-Filmen steht.

Von Alex Baur

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Zum Tod einer Königin 

Während 11 Jahren dokumentierten Christoph Müller und ich die unglaubliche Geschichte von Katharina Paholo-Hänni, die nach Kamerun ausreiste, um dort einen Prinzen zu heiraten. Mehrere Reportagen realisierten wir von der weissen Königin und ihrem schwarzer Prinzen ( siehe auf der Startseite die Reportage  „Verliebt, verheiratet, verhext“). Nun ist Katharina überraschend gestorben. Hier ein Link zu einem Interview über ihren Tod:

 https://www.bluewin.ch/de/entertainment/people/artikel-redaktion-2017/04/koenigin-von-kamerun-srf-filmer-hanspeter-baeni-erinnert-sich.html

Die genauen Umstände, die zum Hinschied der 52-jährigen Schweizerin führten, sind nicht bekannt. Christoph und ich werden demnächst nach Kamerun reisen, um mehr Licht ins Dunkel zu bringen. Am 25. Juni 2017 ist dann in der Sendung „Reporter“  der letzte Film von Katharina auf SRF1 zu sehen.

 

 

Bilder von Dreharbeiten in Nordkenia, 2016:

 

 

Bei den Turkana, die gegen den Nachbarstamm Pokot jahrelang Krieg führten

Bei den Turkana, die gegen den Nachbarstamm Pokot jahrelang Krieg führten

Flankiert durch zwei Krieger aus dem Stamm der Pokot.

Flankiert durch zwei Krieger aus dem Stamm der Pokot.

 

 

 

Die Kunst der Story – eine Orientierungshilfe für Geschichtenerzähler

Seit wenigen Monaten im Buchhandel erhältlich ist das Fachbuch „Die Kunst der Story“, das von mir und weiteren Autoren geschrieben wurde. Meine Aufgabe war es, die Dramaturgie an eigenen Filmbeispielen zu verdeutlichen. Ein Dozent für Politik im Bachelor-Studiengang „Journalismus und Organisationskommunikation“ schrieb mir, dass ihn mein Beitrag inspiriert habe. Das Kapitel fände er gut, weil es vom Praktiker für Praktiker geschrieben wurde. Genau das war meine Intention. Herausgeberin des Buches ist Professorin Marlis Prinzing. Das Werk beinhaltet nützliche , gut zugängliche Instrumente, die den Zugang zum Publikum erleichtern. Zudem zeigt es Wege auf, wie journalistische Inhalte durch die Digitalisierung vermittelt werden können. Das Erzählhandwerk ist im Werd Verlag erschienen, umfasst 328 Seiten und kostet CHF 29.–/EUR 29.– ( ISBN 978-3-85932-776-4)

 

Abenteuer im Amazonas und im nicht ungefährlichen Norden Kenias

November und Dezember 2015 verbrachte ich im equadorianischen Amazonas und  im Norden Kenias. Ausgangslage ist eine für Spätherbst 2016 geplante Serie über Menschen, die die Welt verbessern möchten. Mein konkreter Auftrag ist die Begleitung eines Schweizers, der in Konfliktgebieten den zerstrittenen Parteien eine Möglichkeit bieten möchte, sich zu treffen und – im Idealfall – sich auszusöhnen. Sowohl im Amazonas als auch in Kenia erlebte ich veritable Abenteuer. Im Dschungel Equadors liess ein Schweizer ein Boot ausgraben, das seit 20 Jahren am Ufer des Rio Napo lag. Werner Herzogs Film Fitzcarraldo lässt grüssen.

Ein Schweizer mit einer Indianerin aus dem Kriegerstamm der Waorani. Nach der Renovation des Bootes will damit ein Schweizer zu verschiedenen Ethnien fahren, die sich nichts zu sagen haben.
Gringo Bäni mit einer Indianerin aus dem Kriegerstamm der Waorani. Nach der Renovation des Bootes will damit ein Schweizer zu verschiedenen Ethnien fahren, die sich nichts zu sagen haben.

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Frauen aus dem kenianischen Stamm der Turkana mit mir als Bleichgesicht .

Frauen aus dem kenianischen Stamm der Turkana mit mir als Bleichgesicht .

 

 

 

 

 

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Elisabeth Jacchini, Mitglied der Jury übergibt den „Fernsehpreis 2015“.

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Online-Bericht : Hintergründe zu „meinen“ Filmen und meiner Gegenwelt als Künstler

http://www.persoenlich.com/news/medien/srf-mit-meinen-reportagen-will-ich-die-zuschauer-im-innersten-beruehren-311665#.Uqar3429LCR

Hanspter Bäni beim Filmen der Brandermittlern der Kantonspolizei Thurgau

Szene beim Dreh: Als Einmann-Team bin ich zugleich Filmautor, Kameramann und Tontechniker.
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SBV-Medienpreis der Deutschschweiz 2012


Dankesrede vor 500 Menschen

Das war ein schönes Geburtstagsgeschenk: Am 21. November durfte ich in Bern den „SBV-Medienpreis 2012“ für den DOK „Im Schatten des Glücks“ in Empfang nehmen ( mehr unter „Auszeichnungen“). Der 90 Minuten lange Film war übrigens auch für den „Zürcher Fernsehpreis“ nominiert.