Posted on: 6th Dezember 2009

Hanspeter Bäni ist ein sorgfältiger Chronist des Alltags. Er kennt keine Berührungsängste, ist ein Meister des Wechselspiels von Nähe und journalistischer Distanz, blickt in Abgründe und feiert gleichzeitig das Leben.

Der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilmer erzählt Geschichten von Menschen, die ihm die Möglichkeit bieten, die grossen Fragen des Lebens zu stellen. Als Autor, Kameramann und Tontechniker setzt er auf höchstem Niveau alle Vorteile des Videojournalismus ein.

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Posted on: 29th April 2020

Als Krisenchef des Kantons Graubünden zieht er im Hintergrund der Pandemie die Fäden. Für Martin Bühler eine grosse Herausforderung – sowohl beruflich als auch privat. «Reporter» über einen Mann im Ausnahmezustand.

Seit Mitte Februar ist Martin Bühler pausenlos im Einsatz. Aufgrund der Coronakrise ist der Chef des Kantonalen Führungsstabs Graubünden gefordert wie nie zuvor. Zwar können die Bündner auf einen detailreichen Pandemieplan zurückgreifen, doch der massive Ernstfall zwingt den Krisenchef laufend dazu, bestehende Strukturen zu überdenken und neue Massnahmen zu ergreifen.Dabei stösst er nicht selten auf Vorbehalte und Widerstand aus den verschiedensten Gremien. Um gemeinsame Lösungen zu finden, trifft er sich mit Spitaldirektorinnen, Grenzwächtern, Gemeindepräsidentinnen und Departementssekretären. Dabei sind Bühlers Fähigkeiten als Kommunikator und Mediator gefragt. Der kräfteraubende Einsatz kostet ihn viel Energie.Gerne würde er sich daheim bei seiner Frau und den beiden Töchtern erholen, doch das ist zurzeit nicht möglich. Der 44-Jährige zog in das Zimmer einer Zivilschutzanlage, um bei einer allfälligen Ansteckung das Virus nicht in seine Familie hineinzutragen. Tatsächlich infiziert mit dem Coronavirus hat sich kurz darauf einer seiner Mitarbeiter. Die Reportage von Hanspeter Bäni wirft einen seltenen Blick hinter die Kulisse von Entscheidungsträgern im Zusammenhang mit der Coronakrise.

Reporter vom 26.04.2020

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Posted on: 31st März 2020

In der Schweiz fühlte sich Cornelia Frey nie ganz zu Hause. Nachdem die Bernerin drei Kinder grossgezogen hatte, wanderte sie vor zehn Jahren nach Äthiopien aus. Heute lebt sie im Entwicklungsland Djibouti – mit wenig Geld aber vielen Ideen.

«Die Afar gelten als impulsive und gefährliche Leute. Ich dachte mir, wenn die meine Freunde werden, kann mir nichts mehr geschehen», erzählt Cornelia Frey. Doch es waren die Nomaden selbst, die sich anfangs vor der Schweizerin fürchteten, als sie sich vor zehn Jahren am Rand der Danakil-Wüste in Äthiopien niederliess, um dort ein Restaurant zu eröffnen: «Die Afar befürchteten, dass ich Alkohol verkaufen würde, was für sie ein Tabu ist», sagt Frey. Deshalb schloss sie ihr Lokal, um mit Spendengeldern ein Wohnheim für vierzig Kinder aufzubauen, die dort auch schulisch unterrichtet werden.

Als es in der Nähe des Kinderheims zu einer Schiesserei kam, bei der mehr als zwanzig Menschen getötet und fünfzig weitere verletzt wurden, zog Cornelia Frey weiter nach Djibouti. Der ostafrikanische Kleinstaat gilt zwar als sicherer, zählt aber indes zu den ärmsten Ländern der Welt. Weil die heute 59-jährige Schweizerin ihr Pensionskassengeld bereits aufgebracht hat, ist sie dringend auf ein Einkommen angewiesen.

Durch das Produzieren von Musikstücken und fiktionalen Filmen glaubt sie, an Geld zu kommen. Mit einheimischen Laienschauspierinnen und -schauspielern dreht sie Alltagsszenen. «In Djibouti lügen und betrügen die Menschen. Mit meinen Filmen will ich ihnen einen Spiegel vorhalten», erklärt die Bernerin. Die Reportage von Hanspeter Bäni zeigt eine Lebens- und Überlebenskünstlerin, die sich trotz vieler Schwierigkeiten ihre Träume nicht nehmen lässt.

Reporter vom 29.03.2020

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Posted on: 7th März 2020

In der Privatwirtschaft finden sich viel mehr Männer in Toppositionen als Frauen. Doch die Frauen holen langsam auf – trotz zahlreicher Erschwernisse. Drei Porträts über weibliche Führungskräfte, die unter anderem über Arbeitsteilung, Rollenbilder und Vorurteile reden.

«Ich setze mich selbst unter Druck», sagt Claudia Graf, die an der Spitze einer Brauerei steht. Ihr Vorgänger und Vater, Arnold Graf, wünschte sich immer einen Sohn als Nachfolger des Familienbetriebes. Die 33-Jährige will ihrem Vater beweisen, dass sie es auch kann und verlangt nicht nur viel von sich selbst, sondern auch von ihren 60 Angestellten. Sie sei strenger als der frühere Chef es war, sagen Mitarbeitende.

Mit Fleiss und Ehrgeiz hat es Cornelia Marending zur Leiterin Verkauf Supermarkt der Migros Aare geschafft. Mehr als 5000 Menschen führt sie in ihrer Abteilung. Damit sich die zweifache Mutter auf ihre Karriere konzentrieren kann, übernimmt ihr Ehemann die Rolle des Hausmanns.

DOK vom 05.03.2020
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Posted on: 7th März 2020

Es war nur eine Frage der Zeit, bis das Coronavirus die Schweiz erreicht. Jetzt ist es da. Seither ist Martin Bühler, Chef des kantonalen Führungsstabes des Bündnerlandes, im Dauereinsatz. «Reporter» begleitet ihn dabei.

Seit im Kanton Tessin der erste Schweizer Corona-Fall bestätigt wurde, überschlagen sich die Ereignisse. Welche Massnahmen müssen nun ergriffen werden? Und wie sollen diese Massnahmen der Bevölkerung kommuniziert werden? Wie viel Schutz braucht es? Und wie lässt sich verhindern, dass sich Panik breitmacht? Solche Fragen beschäftigen Martin Bühler, Chef des kantonalen Führungsstabes des Bündnerlandes, im Moment intensiv. Zum Beispiel bei einer Krisensitzung mit dem Regierungsrat. Hauptraktandum: Soll der Engadiner Skimarathon abgesagt werden? Die Verantwortlichen ringen lange mit dem Entscheid – und beschliessen am Ende, an einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz mitzuteilen, dass der Sportanlass dieses Jahr nicht stattfinden wird.

Reporter vom 01.05.2020
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Posted on: 21st Januar 2020

Michelle wächst in Heimen auf und hat Mühe, ihre Emotionen zu kontrollieren. Zahlreiche soziale Institutionen muss sie aufgrund ihrer Aggressionen verlassen und es wird schwierig, für die junge Frau einen Platz zu finden. Eine Herausforderung für das Sozial- und Gesundheitssystem.

Weil ihre Mutter mit Michelle nicht mehr zurechtkam, kommt das Mädchen als 11-Jährige in ein Heim. Michelle hat Mühe mit Strukturen, erträgt wenig Kritik und rastet schnell aus. Einmal attackiert sie sogar eine Person mit einem Messer. Es beginnt ein Teufelskreis: Immer wieder muss sie ein Heim oder eine Wohngruppe verlassen, weil sie als untragbar gilt. Wegen ihrer Verhaltensstörung ist es schwierig, für Michelle einen geeigneten Platz zu finden.

Als Teenager hat Michelle wenig Selbstvertrauen, hasst das Leben und sich selbst. Ist sie besonders wütend, ritzt sie sich die Arme blutig. Mehrere Suizidversuche ziehen jeweils einen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik nach sich. Aufgrund ihrer Stimmungsschwankungen diagnostizieren die Ärzte bei der jungen Frau eine Borderline-Störung. Als sie 22 Jahre alt ist, konsumiert Michelle zwischen den Aufenthalten in den Kliniken allerlei Drogen. Sie hat weder einen Schulabschluss, noch sonst eine Ausbildung und bezieht eine IV-Rente. Als sie mit 23 Jahren schwanger wird, übernimmt sie zum ersten Mal Verantwortung für ihr Leben.

14 Jahre lang begleitete Reporter Hanspeter Bäni Michelle, von ihrem Eintritt ins Heim als 11-Jährige bis heute. Entstanden ist eine zweiteilige, erschütternde Reportage über einen Menschen, der durch sein Verhalten das Sozial- und Gesundheitssystem an seine Grenzen bringt.

Reporter vom 19.01.2020

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Posted on: 13th Januar 2020

Michelle wächst in Heimen auf und hat Mühe, ihre Emotionen zu kontrollieren. Zahlreiche soziale Institutionen muss sie aufgrund ihrer Aggressionen verlassen und es wird schwierig, für die junge Frau einen Platz zu finden. Eine Herausforderung für das Sozial- und Gesundheitssystem.

Weil ihre Mutter mit Michelle nicht mehr zurechtkam, kommt das Mädchen als 11-Jährige in ein Heim. Michelle hat Mühe mit Strukturen, erträgt wenig Kritik und rastet schnell aus. Einmal attackiert sie sogar eine Person mit einem Messer. Es beginnt ein Teufelskreis: Immer wieder muss sie ein Heim oder eine Wohngruppe verlassen, weil sie als untragbar gilt. Wegen ihrer Verhaltensstörung ist es schwierig, für Michelle einen geeigneten Platz zu finden.

Als Teenager hat Michelle wenig Selbstvertrauen, hasst das Leben und sich selbst. Ist sie besonders wütend, ritzt sie sich die Arme blutig. Mehrere Suizidversuche ziehen jeweils einen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik nach sich. Aufgrund ihrer Stimmungsschwankungen diagnostizieren die Ärzte bei der jungen Frau eine Borderline-Störung. Als sie 22 Jahre alt ist, konsumiert Michelle zwischen den Aufenthalten in den Kliniken allerlei Drogen. Sie hat weder einen Schulabschluss, noch sonst eine Ausbildung und bezieht eine IV-Rente. Als sie mit 23 Jahren schwanger wird, übernimmt sie zum ersten Mal Verantwortung für ihr Leben.

14 Jahre lang begleitete Reporter Hanspeter Bäni Michelle, von ihrem Eintritt ins Heim als 11-Jährige bis heute. Entstanden ist eine zweiteilige, erschütternde Reportage über einen Menschen, der durch sein Verhalten das Sozial- und Gesundheitssystem an seine Grenzen bringt.

Reporter vom 12.01.2020

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Posted on: 29th Mai 2019

Für Hindus sind Kühe unantastbar. Doch in Wirklichkeit sind Kühe, Rinder und Kälber nur für einen Teil der indischen Bevölkerung heilig. Sie würden genutzt, missbraucht, gequält und getötet, sagt die Schweizerin Esther Geisser. Sie kämpft an vorderster Front gegen das Tierleid.

Das Kalb stolpert beim Eingang zum Tempel und fällt hin. Der gläubige Hindu zerrt es mitleidlos hoch und geht weiter. Esther Geisser steht erschüttert daneben. Seit Jahren schon engagiert sich die Schweizerin im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh für den Tierschutz. Die 50-Jährige empfindet es als heuchlerisch, wenn die Gläubigen ihre männlichen Kälber dem Tempel spenden. «Die Menschen wollen ihre Tiere auf bequeme Art loswerden, weil sie keinen Nutzen haben, denn laut Gesetz ist es verboten, sie zu schlachten», sagt Geisser. Tatsächlich sind in den Tempeln nur indische Kühe willkommen. «Die männlichen Tiere oder alle anderen Rassen werden illegal geschlachtet oder man lässt sie einfach verhungern oder verdursten», ereifert sich die Schweizerin.

Reporter vom 26.05.2019

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Posted on: 23rd April 2019

Nach ihrer Pensionierung wanderte Esther Frey nach Burkina Faso aus. Sie glaubt, im westafrikanischen Staat all das gefunden zu haben, was die 68er-Bewegung forderte: eine sozial und politisch gerechtere Welt. Doch das Leben in einem der ärmsten Länder der Welt ist weder einfach noch ungefährlich.

Sie erlebte 1968 zuerst die Pariser Revolte und dann in Zürich die Auseinandersetzung zwischen jugendlichen Demonstranten und der Polizei. Das prägte die heute 67-jährige Zürcherin Esther Frey zeitlebens. Nach ihrem Psychologiestudium arbeitete sie in verschiedenen Unternehmen im Personalbereich und in der Arbeitsorganisation. Doch immer wieder wurde ihr gekündigt, weil die revolutionären Ansichten der Ex-68erin auf Unverständnis stiessen. Die Mitbegründerin der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) fühlte sich mit zunehmendem Alter immer mehr als Fremde im eigenen Land. Als sie dann auf einer Ferienreise durch Burkina Faso Land und Leute kennenlernte, verliebte sie sich in das westafrikanische Land. Esther Frey ist davon überzeugt, dass noch heute in Burkina Faso eine Aufbruchstimmung herrscht, die als Ziel eine sozialere und gerechtere Gesellschaftsform anstrebt.

2017 gab sie ihr Zimmer an der Langstrasse in Zürich auf, um in Burkina Faso in einem Quartier zu leben, wo Armut und Alkoholprobleme zum Alltagsbild gehören. Täglich klopfen Kinder und Erwachsene, die nach Essen, Wasser und Almosen bitten, an die Türe der Schweizerin. Trotz Gefahren und Risiken fühlt sie sich in ihrer neuen Heimat wohl und aufgehoben, denn dort stehe der Mensch im Mittelpunkt und nicht der materielle Wohlstand, sagt Frey gegenüber Reporter Hanspeter Bäni.

Reporter vom 22.04.2019

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Posted on: 30th November 2018

Von 1848 bis 1984 wurde der Schweizer Bundesstaat ausschliesslich von Männern regiert. Erst vor 34 Jahren wählte das überwiegend männliche Parlament die erste Frau in die Schweizer Regierung.

Seither waren von insgesamt 117 Bundesräten lediglich 7 weiblich. Mit der Wahl von Elisabeth Kopp in den Bundesrat im Jahr 1984 hatte das Warten auf die erste Frau im Bundesrat ein Ende. 1971 war in der Schweiz das Frauenstimmrecht eingeführt worden; trotzdem musste der weibliche Teil der Bevölkerung noch 13 Jahre warten, bis er auch in der Landesregierung vertreten war.

2010 gab es zum ersten Mal eine Frauenmehrheit. Nur für kurze Zeit. Heute haben zwei Frauen Einsitz im Bundesrat.

Vor den aktuellen Bundesratswahlen zeigt der Film was die Bundesrätinnen in ihrer Amtszeit erreicht haben, wo ihnen ihr Geschlecht in die Quere kam, und was dieses Amt für ihr Leben bedeutet hat.

DOK vom 29.11.2018

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Posted on: 4th Juli 2018

Sam Keller ist ein Kunstmanager, der als Quereinsteiger eine Hochgeschwindigkeitskarriere hinlegte. Er gilt als «Meister der Vernetzung» und ist mit den bekanntesten Künstlern und Reichen dieser Welt per Du. Jetzt hat sich der Erfolgsverwöhnte einen Traum erfüllt.

«Davon kann ich später einmal meinen Enkeln erzählen», sagt der Basler Sam Keller, eine der weltweit einflussreichsten Persönlichkeiten in der Kunstszene. Dem Direktor der Fondation Beyeler ist es gelungen, einen der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Lateinamerikas in die Schweiz zu holen. Der Brasilianer Ernesto Neto wird ab dem 29. Juni im Hauptbahnhof Zürich eine monumentale, 2,7 Millionen Franken teure Skulptur präsentieren. «Gaia Mother Tree» heisst die riesige Installation des Künstlers, dessen Werke in den renommiertesten Museen der Welt zu finden sind. Mit der Präsentation der zwanzig Meter hohen und 1,5 Tonnen schweren Häkelarbeit im öffentlichen Raum geht für Sam Keller ein Traum in Erfüllung. Er bezeichnet den Anlass als Meilenstein in seiner Biographie.

Reporter vom 01.07.2018

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